Wie verändert der Medi Know-Examenslernplan die Vorbereitung auf das NotSan-Examen? Ausgewertet wurden 1.850 pseudonymisierte Rückmeldungen von Nutzer:innen über die gesamten 55 Tage des Lernplans, vom ersten Tag bis kurz vor der Abschlussprüfung. Über den Verlauf zeigt sich dieselbe Richtung: deutlich mehr empfundene Struktur und Sicherheit.
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Herausgeber: Medi Know · Erhebungszeitraum 11.05.2026 – 20.07.2026 · mediknow.io/wirkungsstudie
Hintergrund: Auszubildende in der Notfallsanitäter:innen-Ausbildung bewerten ihre Examensvorbereitung zu Beginn als überwiegend unstrukturiert und unsicher. Der Medi Know-Examenslernplan führt sie über 55 Tage mit einer klaren Tagesstruktur Schritt für Schritt auf das Examen hin. Diese Studie untersucht, ob sich Struktur- und Sicherheitsgefühl im Verlauf des Lernplans verbessern.
Methodik: Ausgewertet wurden 1.850 freiwillige, pseudonymisierte Rückmeldungen von Nutzer:innen des Lernplans an fünf definierten Erhebungszeitpunkten (Beginn, Tag 14, Tag 33, eine Woche vor der Abschlussprüfung (Tag 48), kurz vor der Abschlussprüfung (Tag 55); Skala 1–10). Ergänzend wurde über die Pseudonyme eine Panel-Analyse gematchter Personen (gepaarter t-Test) durchgeführt.
Ergebnisse: Das Sicherheitsgefühl stieg im Mittel von 4,3 auf 6,3 von 10 (+48 %), die empfundene Struktur von 3,5 auf 6,9 (+96 %). Der Anteil sich sicher fühlender Lernender stieg von 13 % auf 57 %; der Anteil unstrukturierter Vorbereitung sank von 58 % auf 7 %. 98,3 % würden den Lernplan weiterempfehlen; kurz vor der Abschlussprüfung (Tag 55) berichten 100 % der Befragten eine bessere Vorbereitung durch den Lernplan (n = 31).
Schlussfolgerung: Im Verlauf der Lernplannutzung steigen subjektives Struktur- und Sicherheitsgefühl deutlich und konsistent an. Die Daten sprechen für einen relevanten wahrgenommenen Nutzen des Lernplans; ein kausaler Nachweis ist ohne Kontrollgruppe nicht möglich.
Schlagwörter: NotSan-Examen · Examensvorbereitung · Lernstruktur · Prüfungssicherheit · digitale Lernplattform · Rettungsdienst
In den Befragungen zeigt sich ein klares Muster: Auszubildenden fehlt in der Examensvorbereitung vor allem Struktur. Der Stoff ist umfangreich, die verbleibende Zeit knapp und ohne roten Faden verliert sich die Vorbereitung leicht im „relativen Durcheinander“. Genau hier soll der Lernplan ansetzen.
Zu Beginn bewerten 58 % der Befragten ihre Vorbereitung als unstrukturiert (1–3 von 10), das Sicherheitsgefühl liegt bei nur 4,3 von 10.


Dein Wissens-Score
So sieht der Lernplan aus: oben links die Tagesstruktur des Lernplans, oben rechts ein Beispielartikel (Akutes Koronarsyndrom), unten links eine Probeklausur zu Notfällen der Inneren Medizin, unten rechts die Lernerfolgskontrolle mit Wissens-Score.
Datengrundlage: Grundlage sind 1.850 freiwillige, pseudonymisierte Rückmeldungen von Nutzer:innen des Medi Know-NotSan-Examenslernplans, erhoben im Zeitraum 11.05.2026 bis 20.07.2026. Die Erhebung erfolgte über integrierte Kurzbefragungen an fünf definierten Erhebungszeitpunkten der 55-tägigen Vorbereitung: zu Beginn (n = 1.075), an Tag 14 (n = 422), an Tag 33 (n = 205), eine Woche vor der Abschlussprüfung (Tag 48, n = 117) sowie kurz vor der Abschlussprüfung (Tag 55, n = 31). Die Befragung eine Woche vor der Abschlussprüfung (Tag 48) wurde im Erhebungszeitraum umgestellt: Seither wird dort zusätzlich das Strukturgefühl erfasst (n = 69).
Kennzahlen: Sicherheitsgefühl und empfundene Struktur wurden je auf einer Skala von 1–10 erfasst und als arithmetisches Mittel (gerundet auf eine Nachkommastelle) berichtet. Die Weiterempfehlung wurde als Ja/Nein-Frage erhoben (Tag 14). Anteilswerte („sicher“ = Bewertung 7–10; „unstrukturiert“ = Bewertung 1–3) beziehen sich auf die jeweilige Antwortverteilung; Delta-Werte beziehen sich stets auf die Baseline zu Beginn; prozentuale Veränderungen sind auf Basis der ungerundeten Mittelwerte berechnet.
Statistische Auswertung: Je Erhebungszeitpunkt werden Mittelwert (M) und Standardabweichung (SD) berichtet (SD zwischen 1,6 und 2,2). Die Panel-Analyse vergleicht gematchte Personen gegen ihren eigenen Startwert mit dem gepaarten t-Test; angegeben werden die mittlere Differenz mit 95%-Konfidenzintervall (95%-KI), die Effektstärke (Cohen’s dz) sowie der Anteil individuell verbesserter Personen. Alle berichteten Veränderungen im Sicherheits- und Strukturgefühl sind statistisch signifikant (p < 0,001) mit mittleren bis großen Effektstärken (dz = 0,54–1,08).
Einordnung & Limitationen: Die Hauptauswertung basiert auf Querschnittsbefragungen zu verschiedenen Lernplan-Phasen; ergänzend wurde über die Pseudonyme eine Panel-Analyse identischer Personen durchgeführt (siehe Abschnitt 3.1), die den Effekt innerhalb derselben Personen bestätigt. Da die Teilnahme freiwillig ist und die Fallzahl zu späteren Phasen abnimmt, sind spätere Werte weniger belastbar als frühe und können durch Selbstselektion beeinflusst sein. Die Ergebnisse bilden die selbstberichtete Wahrnehmung der Auszubildenden ab, nicht die tatsächliche Examensleistung.
Sicherheitsgefühl und empfundene Struktur (Skala 1–10) steigen mit jeder Lernplan-Phase. Das Delta bezieht sich jeweils auf die Baseline zu Beginn.
| Phase | n | Ø Sicherheit | Δ Baseline | Ø Struktur | Δ Baseline | Weiterempf. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Beginn (Baseline) | 1.075 | 4,3 | — | 3,5 | — | — |
| Tag 14 | 422 | 5,5 | +1,2 | 5,7 | +2,2 | 98,3 % |
| Tag 33 | 205 | 5,8 | +1,5 | 6,3 | +2,8 | — |
| 1 Woche vor der Abschlussprüfung (Tag 48) | 117 | 6,3 | +2,1 | 6,9* | +3,4 | — |
Tabelle 1: Mittelwerte (M) für Sicherheits- und Strukturgefühl je Lernplan-Phase (Skala 1–10; SD 1,6–2,2), mit Veränderung gegenüber der Baseline. Querschnittswerte je Zeitpunkt. * Das Strukturgefühl wird eine Woche vor der Abschlussprüfung (Tag 48) erst seit dem 06.07.2026 erfasst (n = 69).
Abbildung 1: Verlauf von Sicherheits- und Strukturgefühl über den Lernplan. Werte als arithmetisches Mittel, Skala 1–10.
Da sich die Rückmeldungen über die Pseudonyme einzelnen Personen zuordnen lassen, wurde zusätzlich eine Panel-Analyse durchgeführt. Die Rückmeldungen der Personen wurden gegen ihren jeweiligen Startwert verglichen. Der Zuwachs bestätigt sich innerhalb derselben Personen: Sicherheit +1,9 Punkte bzw. +43 % (Ø 4,5 → 6,5; Beginn → 1 Woche vor der Abschlussprüfung (Tag 48), n = 86; 95%-KI +1,4 bis +2,5; dz = 0,79; p < 0,001), Struktur +2,8 Punkte bzw. +66 % (Ø 4,2 → 7,0; Beginn → 1 Woche vor der Abschlussprüfung (Tag 48), n = 62; 95%-KI +2,1 bis +3,4; dz = 1,08; p < 0,001). Rund 3 von 4 Lernenden verbessern sich individuell (76–81 %). Der Zuwachs ist damit kein reines Zusammensetzungs-Artefakt der Stichprobe.
Die Wirkung zeigt sich nicht nur im Durchschnitt, sondern in der gesamten Verteilung der Antworten.
Der Anteil sicherer Lernender hat sich mehr als vervierfacht (13 % → 57 %).
Aus verbreitetem „Durcheinander“ wird die Ausnahme (58 % → 7 %).
In der Befragung kurz vor der Abschlussprüfung (Tag 55, n = 33) gaben 33 von 33 Personen an, dass sie sich durch den Lernplan besser oder deutlich besser vorbereitet fühlen (19 × „deutlich besser“, 14 × „etwas besser“). Keine Person berichtete einen neutralen oder negativen Einfluss.
Abbildung 2: Selbsteingeschätzter Einfluss des Lernplans auf die Examensvorbereitung, Einzelauswahl · n = 33 (Tag 55).
Ausgewählte, wörtlich zitierte Rückmeldungen von Auszubildenden.
„Mein Sicherheitsgefühl konnte gesteigert werden. Die Struktur der Vorbereitung durch die verschiedenen Artikel bietet mehr Ruhe im Überblick […] und bringt mir totale Ruhe in meine Struktur.“
„Der Lernplan gibt mir vor allem Sicherheit, weil man Schritt für Schritt durch alle wichtigen Ausbildungsinhalte geht. Mir hilft besonders die tageweise Struktur — dadurch habe ich einen klaren Leitfaden.“
„Endlich habe ich Struktur im Lernen und weiß, wie tief ich auf einzelne Themen eingehen soll. Kurze Einheiten täglich machen das Lernen so viel interessanter als lange Texte aus Büchern zu lesen!“
„Mir hilft der Lernplan, weil er eine echt gute Struktur hat und ich regelmäßige Lernerfolgskontrollen habe. Die Artikel sind wirklich angenehm durchzuarbeiten und haben einen angemessenen Umfang.“
Über alle Erhebungsphasen hinweg zeigt sich ein konsistentes Bild: Sowohl das Sicherheits- als auch das Strukturgefühl der Auszubildenden steigen kontinuierlich an. Besonders ausgeprägt ist der Zugewinn beim Strukturgefühl (+96 %), also genau bei dem Faktor, den die Auszubildenden zu Beginn am häufigsten als Defizit benennen. Querschnitts- und Panel-Auswertung weisen dabei in dieselbe Richtung, was die Befunde zusätzlich stützt.
Bei der Interpretation sind mehrere Einschränkungen zu beachten. Zwar stützt die ergänzende Panel-Analyse (dieselben Personen im Verlauf) den Befund; da jedoch keine Kontrollgruppe vorliegt, lassen sich die Veränderungen nicht kausal allein dem Lernplan zuschreiben. Neben dem Lernplan können Begleitfaktoren wie Unterricht, selbstständiges Lernen, zunehmende Prüfungsnähe oder die Motivation besonders aktiver Nutzer:innen zum beobachteten Zuwachs beitragen. Die freiwillige Teilnahme und die zu späteren Phasen sinkenden Fallzahlen können zudem zu Selbstselektion führen. Zum Beispiel, weil besonders zufriedene oder besonders aktive Nutzer:innen eher antworten. Schließlich messen die Kennzahlen die selbstberichtete Wahrnehmung, nicht die objektive Examensleistung. Die Befunde sind daher als starke Hinweise auf einen wahrgenommenen Nutzen zu verstehen, nicht als kausaler Wirknachweis auf die Bestehensquote. Zukünftige Studien sollten daher die realen Examensleistungen mit einbeziehen. Weiterhin könnte die Einbeziehung weiterer Nutzungsdaten wie spezifischer Modulleistungen oder Lernzeit wichtige Erkenntnisse zu den Prädiktoren für die reale Prüfungsleistung liefern und sollte Bestandteil zukünftiger Studien sein.
Auszubildende starten ihre Examensvorbereitung im Schnitt unsicher und unstrukturiert. Im Verlauf des Lernplans berichteten die Lernenden deutlich mehr Struktur und Sicherheit: Aus „ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“ wird ein klarer Leitfaden. Aus Unsicherheit wird zunehmend ein Gefühl von Orientierung, Struktur und Prüfungsvorbereitung.
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